Kosel, Elke

Aus der Offenbach Post vom 17.11.2013:

Übungsleiterin Elke Kosel mit dem Völkerverständigungs-Preis ausgezeichnet
Mit großem Einsatz agiert


Dietzenbach - Einmal im Jahr treffen sich die Stadtverordneten und die Mitglieder des Ausländerbeirates zu einer gemeinsamen Sitzung. Von Christoph Zöllner

Damit soll zum einen das Miteinander gefördert werden, zum anderen gehört ein inspirierender Vortrag ebenso zum Programm wie die Verleihung des Preises für besondere Verdienste um den Gedanken der Völkerverständigung. Diesmal hat ihn Elke Kosel bekommen. Die 77-Jährige ist Übungsleiterin beim Verein für Sport und Gesundheit (VSG), die ehemalige Versehrtensportgemeinschaft. „Sie hat mit großem Einsatz und Verständnis Kinder verschiedener Nationen betreut“, sagte Helga Giardino, Vorsitzende des Ausländerbeirats, in ihrer Laudatio. „Sie steht den Mitgliedern immer zur Verfügung und hat sich um die Integration verdient gemacht.“ So habe Kosel bei Bedarf auch Migrantenfamilien beraten.

1977 war Kosel mit Sohn Sven in den Verein eingetreten, schon ein Jahr später agierte sie als Übungsleiterin. Mittwochs Turnen, freitags Schwimmen. Aber auch als Betreuerin der hessischen Sportjugend und einer Herz-Sport-Gruppe in Offenbach hat sich Kosel einen Namen gemacht. Die Übungsleiterin, die gerne kegelt und die Arbeit in ihrem Garten liebt, erhielt von Giardino neben dem obligatorischen Blumenstrauß auch einen Gutschein für ein Gartencenter. Stadtverordnetenvorsteherin Kornelia Butterweck, Erster Stadtrat Dietmar Kolmer, Edith Conrad vom VSG und Mohammad Sharif Khalid vom Ausländerbeirat, der die Ehrung vorgeschlagen hatte, schlossen sich den Glückwünschen an.

Nachdem die 50 Sänger des Internationalen Chors unter Leitung von Barbara Wendtland erneut eine Kostprobe ihres Könnens gegeben hatten, referierte Gerda Holz über das Thema Kinderarmut. Die Leiterin für „Soziale Inklusion“ vom Frankfurter Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik erklärte, wie sich Armut definiert und welche Belastung diese darstellt: „Wer arm ist, geht damit ins Bett und steht damit auch wieder auf.“ Armut sei nicht unbedingt die Folge eines Verhaltens, sagte Holz. Auch vielen werktätigen Menschen gelinge es nicht mehr, mit ihrem Verdienst über die Armutsgrenze zu kommen. Die definiert die EU mit 50 bis 60 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens.

Hier geht zum gesamten Zeitungsartikel:
https://www.op-online.de/region/dietzenbach/grossem-einsatz-agiert-3224600.html


Aus der Homepage vom Verein VSG Dietzenbach:

Elke Kosel: Über 40 Jahre mit Leib und Seele und viel Herzblut im Einsatz für den gesunden Sport

Auf der Suche nach einem Verein für ihren Sohn Sven stieß Elke Kosel 1977 auf den Verein für Sport für Sport und Gesundheit Dietzenbach 1964 e.V., der zu dieser Zeit noch Verein für Behinderten- und Rehabilitationssport hieß. Sven, damals sieben Jahre alt, litt an einer angeborenen Muskelerkrankung und musste schon mehrere Operationen durchstehen. Ein herkömmlicher Sportverein konnte ihm nicht die notwendige und geeignete sportliche Unterstützung bieten.

Elke sah sofort, dass der Bedarf des Vereins an gut geschulten Übungsleitern groß war und ergriff die Gelegenheit, sich zur Übungsleiterin für Reha-Sport auszubilden.

Seither unterstützte Kosel durch ihre behindertengerechten Sport- und Schwimmstunden Kinder darin, ihren Stütz- und Bewegungsapparat zu stärken und zu festigen. „Das hat den Kindern zu mehr körperlicher Stabilität verholfen und war für mich stets eine lohnende und erfüllende Aufgabe. Auch gewannen die Kinder dadurch an Selbstvertrauen und Mut“, so Kosel. „Es ist für mich stets eine Belohnung, wenn ich sehe, wie stolz meine Schützlinge auf ihre erworbenen Fähigkeiten sind, wenn sie zum Beispiel ihr Schwimmabzeichen in Händen halten.“

Kosel ermöglichte durch ihren Einsatz vielen Kindern auch die Teilnahme an Sportfesten und Jugendfreizeiten. So begleitete sie die Kinder und Jugendlichen zum Beispiel 1982 und 1984 als Betreuerin nach St. Ulrich (Tirol) und auch zum Schwimmfest nach Bensheim. 1984 bis 1986 nahmen Kosels Schützlinge an hessischen Schwimmwettkämpfen in Heppenheim teil, sogar zu deutschen Schwimmwettkämpfen in Köln und Berlin reisten die Kinder und Jugendlichen mit „ihrer Elke“.

Für ihre sechs schwerstbehinderten Kinder organisierte sie jährlich am 1. Mai eine Fahrt mit dem Kleinbus nach Koblenz, damit diese am Behinderten-Sportfest für Kinder teilnehmen konnten.

Kosel bildete sich fortlaufend beim Hessischen Verband für Behinderten -und Rehasport (HBRS) weiter. Nachdem sie auch die Lizenz für Koronarsport erworben hatte, leitete Elke Kosel den Koronarsport, anfänglich im Wechsel mit Helga Stappelton, der Ehefrau des Vereinsgründers. Gemeinsam haben die Beiden seinerzeit auch die Herzsportgruppe in Offenbach-Bürgel aufgebaut.

Auch Volleyballsport für Senioren steht seit 1995 unter ihrer Regie. Bis 2013 richtete sie gemeinsam mit Helga Stappelton Turnfeste für Kinder und Frauen in der Phillip-Fenn-Halle in Dietzenbach aus.

Elke Kosel liebt das gesellige Zusammensein mit ihren Vereinskollegen. Unermüdlich bringt sie sich bei Vereinsfesten ein, und sie ist stets dabei, wenn sich der Verein auf Stadtfesten präsentiert.

Mit über 85 Jahren ist sie immer noch als Co-Übungsleiterin für den Verein aktiv und hat Ihre Lizenzen noch einmal für die nächsten zwei Jahre verlängert.

„Ohne den Einsatz für den Verein würde mir ein wesentlicher Teil meines Alltags fehlen“ so Elke Kosel.

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