Graziosi, Archino

Januar 1974 – als erste Kommune im Kreis Offenbach hat die Stadt Dietzenbach ein „Amt für Ausländerfragen“ eingerichtet, das von dem Italiener Archino Graziosi geleitet wird.

Ein Vorläufer des Ausländerbeirats war das Ausländer-Komitee (offiziell: „Komitee ausländischer Berater der Stadt Dietzenbach“), das in Dietzenbach bereits im Juni 1975 gebildet wurde. Dem Ausländerkomitee gehörten je drei gewählte Vertreter der Italiener, Griechen und Jugoslawen, zwei der Türken sowie je ein Spanier und Chilene an, weiterhin der Ausländerbetreuer Archino Graziosi und der Sozialamtsleiter Wilfried Spannaus als Vorsitzender.

Später zog er nach Heusenstamm, aber kehrte später nach Italien zurück. Dort setzte er sich zur Verschwisterung von Heusenstamm und Ladispoli ein. Es war seine Initiative. Er bemühte sich seit 1992 um die Verschwisterung der beiden Städte.

Archino Graziosi konnte die Verwirklichung seiner Bemühungen nicht mehr erleben. Er verstarb wenige Monate vor der offiziellen Verschwisterung, die am 9. Dezember 2001 in Heusenstamm stattfand.

Michel, Herbert

Herbert Michel hat 50 Jahre die Kneipe „Zur Grotte“ in Dietzenbach betrieben.


Zeitungsartikel über Herbert Michel


Offenbach Post vom 18.06.2016:
In den Tischen schlummern mehr als 50 Jahre Stadtgespräch
Zur Grotte: Persico, Charme und Vergangenheit

Dietzenbach – Herbert Michel, der Besitzer der Grotte, ist in Dietzenbach so bekannt wie ein bunter Hund. Und ob seiner 75 Jahre denkt der Kneipier nicht ans Aufhören, sondern schmiedet Zukunftspläne. Von Ronny Paul

Er ist ein städtisches Urgestein – obwohl er in Dietzenbach weder geboren, noch aufgewachsen ist. Seine Kneipothek „Zur Grotte“ gehört zur jüngeren Stadthistorie wie kaum ein zweites Etablissement. Wohl jeder Dietzenbacher hat zumindest schon einmal davon gehört. Hat dort ein Bierchen oder Persico (Kirsch-Likör) getrunken. Oder ganze Abende, seine Jugend dort verbracht. So manch ein Pärchen hat in der Grotte zusammengefunden oder ist dort auseinandergegangen. Und seit mehr als 50 Jahren stets mittendrin: Herbert Michel. Am 1. Juli 1960 haben Michels Eltern aus dem Haus an der Rathenaustraße ein Spezialitätenlokal gemacht. Fünf Jahre lang hat Michels Mutter Annie dort Wild und Fisch aufgetischt. „Das ist gut gelaufen“, erinnert sich Michel, der zu der Zeit kellnerte. 1965, Michel war 25 Jahre alt, sagte er zu seiner Mutter: „Der Laden läuft so gut, da machen wir eine Disko draus.“ Gesagt, getan. Er kaufte das Haus, Mutter Annie setzte sich zur Ruhe. Michel bastelte das bis heute prägnante Höhlen-Design mit herunter hängenden Stalagmiten aus Folie, Holz, Pappmaché und viel Leim selbst zusammen. „Ich bin zwar kein Handwerker, aber fantasievoll“, sagt der heute 75-Jährige. So war die erste Jugenddisko Dietzenbachs und der umliegenden Gemeinden geboren. Bis heute hat sich an dem Interieur so gut wie nichts verändert.

Die Grotte versprüht immer noch den Flair der wilden 60er und 70er Jahre: In Tischen und Barhockern schlummern mehr als 50 Jahre Stadtgespräch. In den Gitarren an den Wänden vibriert immer noch der Beat der 60er. Die zu Kerzenhaltern umfunktionierten Whiskeyflaschen spiegeln Gesichter ganzer Generationen wider. Die Gitterluke an der Eingangstür kennt wohl bald so viele Fingerabdrücke wie die Datenbank der Polizei. Und vereinzelte Schiffsbilder erzählen von Michels Zeit vor der Grotte: Er ist gelernter Binnenschiffer. Doch obwohl er manchmal ans Wasser und Bootfahren dachte, blieb ihm kaum Zeit zur Wehmut: Die Grotte entwickelte sich zum „Selbstläufer“. „Ich habe mein Geld im Schlaf verdient, jeden Tag war die Grotte voll“, erinnert sich Michel.

Außer dienstags, da ist Ruhetag. Für die meisten Dietzenbacher war das „ein Volkstrauertag“, sagt der lebensfrohe Wirt und lacht. Seit den 90er Jahren ist es in der Grotte etwas ruhiger geworden, die Jugend habe sich umorientiert: „Früher habe ich die Bravo gekauft und kannte alle Musikhits – heute geht das nicht mehr“, sagt der Elvis-Fan. Er hätte am Liebsten mehr Ü-50-Gäste: „Mit denen kann ich umgehen, die kennen meine Musik.“ Wenn jeder nur ein Mal im Monat käme, der mich auf der Straße grüßt, wäre der Laden immer voll“, meint Michel und lacht.

Wenn der Grottenbetreiber auf die Straße geht, sei stets die Frage: „Herbert, Gude! Wie lang’ willste das eigentlich noch machen?“ – „Ich bin jetzt 75, fühle mich aber wie 50“, antwortet der gebürtige Norddeutsche aus der Lüneburger Heide. „Wenn ich es durchhalte, möchte ich in der Grotte 80 Jahre alt werden – wenn nicht, wäre es mir Recht, hinter der Theke umzufallen.“ Er muss wieder lachen.

Michel plant, die Grotte ganz zum Oldie-Club umzufunktionieren, mit Hits aus den 60er- bis 90er-Jahren: „So kann keiner über die Musik meckern.“ Derzeit hat die Grotte freitags und samstags ab 20 Uhr geöffnet. Mittwoch und Donnerstag werden wohl bald wieder hinzukommen, sagt Michel. Zudem kann die Grotte und der separate Raum für Feiern gemietet werden.

Hier geht es direkt zum Artikel:
https://www.op-online.de/region/dietzenbach/grotte-dietzenbach-persico-charme-vergangenheit-6498526.html


Offenbach Post vom 10.02.2018:
Noch einen Persico
Die Grotte öffnet heute zum letzten Mal ihre Türen

Dietzenbach – Jahrzehntelang war Herbert Michels Kneipothek „Zur Grotte“ ein Monolith in Dietzenbachs Gaststättenlandschaft. Heute, nach dem Fastnachtsumzug, steht die letzte offizielle Öffnung an. Von Christian Wachter

Der Abend senkt sich auf die Dächer der Vorstadt, die Kinder im Hof müssen heim. Der Tag ist vorüber, die Menschen sind müde, doch viele gehn’ nicht gleich nach Haus, denn drüben klingt aus einer offnen Türe Musik auf den Gehsteig hinaus. Als Peter Alexander 1976 „Die kleine Kneipe“ besungen hat, muss er damit auch Lokalitäten wie Dietzenbachs Grotte gemeint haben. Heute ist dort – so machte es in den sozialen Medien die Runde – das letzte Mal Gelegenheit, über das zu sprechen, was einem die Laune vergällt, bei Bier und Persico noch einmal Lösungen zu finden für alle Probleme der Welt. Nach dem Umzug lädt die Grotte zur „letzten offiziellen Öffnung“, wie es unter anderem auf Facebook zu lesen war. Noch vor Rosenmontag wird aus dem Gebäude an der Rathenaustraße ein reines Privathaus.

Die Party wird von Herbert Michels Sohn Wolfgang organisiert. Natürlich, erzählt Herbert Michel, der die Gaststätte jahrzehntelang betrieb, werde er aber auch da sein. Die große Inszenierung des letzten Biers, des letzten Zusperrens der Tür, wird es nicht geben. „So etwas mach ich net, ich hör einfach uff“, sagt er. Die Gäste kamen einfach nicht mehr so zahlreich wie früher. Den einen Moment, die eine Anekdote gibt es nicht, wenn er darüber nachdenkt, was von der langen Zeit am ehesten hängen bleibt. „Ach das sind all die Jahre, da muss man die Gäste fragen.“

Zu Beginn der Sechzigerjahre, erinnert sich Michel, haben seine Eltern das Haus an der Rathenaustraße gekauft, servierten gut-bürgerliche Küche. „So etwas gab es in Dietzenbach damals noch nicht, man hat vielleicht Frikadellen bekommen, viel mehr aber nicht.“ Seine Mutter kannte sich damals schon aus in der Gastronomie, hatte im Heimatort Neckarsteinach in einer Gaststätte gearbeitet. Die Geschäfte liefen gut und 1965 kaufte Herbert Michel das Gebäude. Der Plan: Aus der Gaststätte sollte eine Disko werden. Von da an tanzten sich Generationen durch die Musikgeschichte, sangen mit, wenn Michel Lieder wie „Junge, komm’ bald wieder“ oder „Sie hieß Mary Ann“ auflegte. Er habe immer gut mit den Leuten gekonnt, sagt Michel, sei gerne mittendrin gewesen. „Ob jemand ein Kind gemacht hat oder irgendetwas anderes passiert ist, ich war immer der Erste, der etwas erfahren hat“, sagt er lächelnd.

Die Inspiration für das bis heute so markante Interieur sei fast zufällig gekommen. In einer Gaststätte an der Mosel hatte die Familie eine Gaststätte entdeckt, die auf die Grotten-Optik setzte. Ob der Distanz nicht von Konkurrenzbedenken geplagt, kam der Besitzer sogar vorbei und beriet. Dann legte Michel selbst Hand an, besorgte die Folie, die einst orangefarben war und heute blau ist, Pappmaché und alles, was sonst noch gebraucht wurde.

So richtig Stress gab es selten, sagt Herbert. Einmal, sei „eine Bagage aus Offenbach“ aufgetaucht, die ganz offensichtlich Stress suchte. Allerdings waren die Handballer und Fußballer der Kreisstadt Stammgäste zu dieser Zeit. Und als sie geschlossen aufstanden, waren die Gäste leicht zur Heimreise zu bewegen. Natürlich, erinnert er sich, habe es trotzdem ab und an ein Hausverbot gegeben. Wen er aber kannte, dem standen die Türen zur Rehabilitation offen.

Den Persico hat Michel in einer Kneipe in der Heimat entdeckt. Er kaufte dem Wirt eine Flasche ab und fand im Großhandel mehr davon. Bald wurde der Kirschlikör Kult. „Man muss ihn auf drei Schlucke trinken, dann hat man was Gutes und keinen Kater.“ Er werde die Grotte vermissen, sagt Michel. „Manchmal sage ich zu meiner Frau: Guck, es ist 20 Uhr, eigentlich würde ich jetzt aufmachen.“

Hier geht es direkt zum Artikel:
https://www.op-online.de/region/dietzenbach/dietzenbach-grotte-rathenaustrasse-oeffnet-heute-letzten-ihre-tueren-9602771.html

Zusammengetragen von Cengiz Hendek

Kern, Norbert

Norbert Kern wird 1940 in Frankfurt am Main geboren und wächst mit acht Geschwistern im Riederwald auf.

Nach der Mittleren Reife macht er eine Ausbildung zum Speditions­kaufmann und studiert drei Semester an der Akademie für Welthandel. Schon früh steht für ihn fest, dass er sich selbständig machen möchte. Das eigene Unternehmen gründet er 1967 in Dietzenbach. Bis zur Fusion mit Haniel hat er eigene Filialen auf der ganzen Welt und beschäftigt 630 Mitarbeiter. Von 1992 bis 1994 ist er Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bahn und leitet das Ressort Güterverkehr. Bis heute ist er als Berater tätig.

Sport spielt bis heute in seinem Leben eine große Rolle. Er war Handball-Profi und spielte für die Kickers und die SG Dietzenbach in der Bundesliga.

Mit fortgeschrittenem Alter erfüllt er sich seinen Jugendtraum und bereist als ältester Mensch der Welt mit Skiern die Arktis, die Antarktis und macht eine Expedition durch das Inlandeis Grönlands.

Norbert Kern ist sozial engagiert, hält Vorträge vor Schulklassen, unter­stützt den vor 32 Jahren schwer verunglückten Profi-Handballer Joachim Deckarm und ist ehrenamtlich als Berater für seine Heimatstadt tätig.

Er hat zwei erwachsene Kinder und lebt mit seiner zweiten Frau in Dietzenbach. Er sagt: ,,In Dietzenbach habe ich mein Glück gemacht und jetzt will ich etwas zurück geben.“

2018 erhält Norbert Kern den Förderpreis für Kultur von der Kreisstadt Dietzenbach.
Die Laudatio kann hier heruntergeladen werden.

Dort heißt es unter anderem:

Norbert Kern kam im Jahr 1962 durch den Handball nach Dietzenbach und schlug in unserer Stadt
seine Wurzeln tief in den Boden.

Geprägt durch die Kriegs- und Nachkriegsjahre, geprägt durch seine Familie und seinen Vater,
geprägt als siebtes von neun Kindern, geprägt vom Arbeiterviertel Frankfurt-Riederwald, in dem er
aufgewachsen ist, entwickelte er seinen Erkundungsdrang, seine Zielstrebigkeit und seine
Willenskraft die Maßstäbe setzt.
…und die es für sein Umfeld nicht immer einfach macht.

Dank seiner Zielfokussierung – die ihm auch als Dietzenbacher Handballer gute Dienste erwies –
setzte er sich durch und arbeite sich nach seiner Selbstständigkeit beruflich hoch bis zum Vorstand
von der Deutschen Bahn Cargo AG.

Er ist per Du mit Altkanzler Gerhard Schröder, mit Hans Eichel, Rudolf Scharping und anderen.
Dabei hat er nie vergessen wo er herkommt.

Kern ist ein Mann mit Haltung und ein unablässiger Streiter für Gerechtigkeit und Miteinander.
Nicht streitsüchtig wohl aber streitbar.

Bereits als junger Unternehmer hatte er ein Gespür für die Menschen und die Fähigkeit für die
richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit.

Wenn ihm etwas nicht passt, dann legt er den Finger in die Wunde und bleibt sich und seinen
Prinzipien stets treu.

Laudatio zu Norbert Kern Anlässlich der Verleihung des Förderpreises 2018 für Kultur, Quelle: Kreisstadt Dietzenbach

Im Dezember 2021 erhielt Norbert Kern den Preis für besondere Verdienste um den Gedanken der Völkerverständigung vom Ausländerbeirat der Kreisstadt Dietzenbach.

Mehr Informationen über Norbert Kern auf seiner Homepage:
https://norberthkern.de/


Norbert Kern wird vom Ausländerbeirat ausgezeichnet

Besondere Verdienste um den Gedanken der Völkerverständigung
Kern Preisverleihung Preisübergabe


Der Dietzenbacher Norbert Kern ist der diesjährige Träger des „Preises für besondere Verdienste um den Gedanken der Völkerverständigung“. Am Freitag, dem 10. Dezember 2021, wurde dem engagierten Kreisstädter die Auszeichnung durch die Vorsitzende des Ausländerbeirates, Saliha El Achak und ihrer Vorgängerin, Frau Helga Giardino, im Rathaus überreicht. Mit dabei waren auch Stadtverordnetenvorsteherin Andrea Wacker-Hempel, Bürgermeister Dr. Dieter Lang, der designierte Erste Stadtrat René Bacher sowie weitere Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung.

Bereits seit dem Jahr 1995 verleiht der Ausländerbeirat der Kreisstadt Dietzenbach jährlich den Preis. Die gemeinsame Sitzung des Ausländerbeirates mit der Stadtverordnetenversammlung ist eigentlich der traditionelle, öffentliche
und feierliche Rahmen der Preisverleihung. Doch aufgrund der Pandemie ist diese Sitzung ausgefallen, sodass die Ehrung in einem kleineren Rahmen hat stattfinden müssen. Aufgrund persönlicher Gründe des Preisträgers sehr kurzfristig.

Mit dem Preis des Ausländerbeirates werden Menschen oder Menschengruppen geehrt, die sich besonders um den Gedanken der Völkerverständigung in unserer Stadt verdient gemacht haben. Denn diese Menschen „sind wichtige Bausteine für unsere Gesellschaft, insbesondere für Integration, Toleranz und das humane Miteinander“, heißt es aus den Reihen des Ausländerbeirates.

Ehrung für „Taten mit denen man ganze Bücher füllen könnte“ Norbert Kern wurde für Jahrzehntelange völkerverbindende Taten geehrt, weltweit und speziell für die Kreisstadt Dietzenbach, mit denen man Bücher füllen könnte, heißt es in der Laudatio, die nachfolgend, aufgrund der fehlenden öffentlichen Sitzung, im Detail gelesen werden kann.

Kern kam im Jahr 1962 durch den Handball nach Dietzenbach und schlug in der Stadt tief seine Wurzeln in den Boden. Er gründete eine Familie, hat zwei Kinder und sechs Enkelkinder. Im Jahr 1966 gründete er seine weltweit erfolgreiche Firma „Norbert H. Kern Internationale Spedition.“ Kern ist ein Mann mit Haltung und ein unablässiger Streiter für Gerechtigkeit und Miteinander.

Die Vorsitzende, Saliha El Achak, übergab den Preis und die langjährigen Mitglieder des Ausländerbeirates Helga Giardino und Cengiz Hendek hielten die Laudatio. Bürgermeister Dr. Dieter Lang bedankt sich sehr herzlich für das außerordentlich hohe und vielseitige Engagement für die Zivilgesellschaft. „In unruhigen Zeiten wie diesen sind Menschen mit einer klaren Haltung, gerade gegen Rechts, unabdingbar für die Aufrechterhaltung unserer Demokratie. Aber auch seine regelmäßigen Unterstützungen im sozialen Bereich sowie seine Affinität und Spenden für Kunst und Kultur prägen unser Dietzenbach nachhaltig“, sagt der Bürgermeister im Rahmen der Preisverleihung.

Ludolph, Jutta

Wo engagierst du dich überall ?

  • SC Steinberg, Hauptverein, Datenschutzbeauftragte 
  • SC Steinberg, Turnabteilung, Abteilungsleiter
  • SC-Steinberg Tennis Kassenprüfer 
  • Stadtbibliothek Dietzenbach, Kassenprüfen 
  • SPD Dietzenbach
  • Stadtverordnete und Ausschussmitglied HaFi

Seit wann bist du in Dietzenbach? 
1982 

Wo kommt deine Familie ursprünglich her?
Aus Nordhessen, vom hohen Ringgau 

Warum bist du nach Dietzenbach gekommen? 
Weil ein Freund meines Mannes hier bereits wohnte und der Freund Tischtennis spielt und wir auch 

Warum bist du in Dietzenbach geblieben? 
Hier gibt es alles, was man braucht 

Was gefällt dir an Dietzenbach am meisten? 
Die Vielfalt, der Wald, das schulische Angebot, der ärztliche Versorgung, das Sportangebot 

Was sollte in Dietzenbach geändert werden? 
Es muss an unserem Ruf gearbeitet werden, um Dietzenbach als Standort zum Wohnen und Arbeiten attraktiver zu machen 

Was fehlt dir in Dietzenbach? 
Tennishalle, Schwimmhalle 

Wo gehst du in Dietzenbach gerne essen?

  • Da Gigi
  • Pizzeria am Steinberg 

Gibt es sonst etwas Besonderes über dich was du erzählen kannst? 
Ganz, viel, da reicht der Platz nicht aus 

Von welcher Person hättest du gerne einen Steckbrief und warum?
da fällt mir gerade keiner ein, ich kenne schon sehr viele Leute 

Rosenbusch, Artus W.

Vita

  • geb. 1937 in Offenbach am Main
  • 1943 Grundschule Offenbach — dann aufgrund des Krieges Umzug nach Nieder-Klingen also 1944 Grundschule dort im Odenwald und danach wieder in OF
  • Rudolf-Koch-Gymnasium OF 1947 bis 1956
  • Höhere Handelslehranstalt OF 01.04.1956 bis 31.03.1957
  • Lehre (Kaufmann) bei J. Mayer & Sohn Lederfabrik AG Offenbach
    dann dort tätig als kfm. Angestellter bis 30.03.1960
  • Hanns W. Brose GmbH Werbeagentur Ffm. 01.04.1960 bis 30.08.1960
  • Bank für Gemeinwirtschaft Werbeabteilung 01.09.1960 bis 31.07.1972
  • stellvertretender Leiter der Werbeabteilung
  • In den letzten beiden Jahren dort habe ich zusammen mit meinem Kollegen, dem Grafiker und Designer Birger Boldt täglich nach Feierabend und an den Wochenenden mich vorbereitet auf Selbständigkeit, die wir dann am 01.08.1972 mit der Gründung der Rosenbusch Boldt Werbeagentur als OHG starteten.
  • 1975 wurde ich berufen zum Präsident der Wirtschaftsjunioren der IHK OffenbachVon 1980 bis 2006 Prüfungsausschussvorsitzender der IHK Frankfurt für Werbekaufleute
  • Geschäftsführer Rosenbusch Boldt Werbeagentur OHG 1976 bis 1980
  • Direktor in Durana Ketchum GmbH Werbeagentur in Ffm.
  • 1986 bis 2006 Handel und Vertrieb Lebensmittel, Import/Export Groß- und Einzelhandelsvertetung dann Umfirmierung in Fa. Rosenbusch + Frank GmbH, seit 1993 Reinstallation der Fa. „Handel und Vertrieb AWR“
  • Von 2001 bis 2021 Stadtverordneter der Kreisstadt Dietzenbach

Ehrenamtliche Engagements:

  • Präsident Miltenberg Golfclub e.V.
  • 12 Jahre Vorsitzender SC Steinberg Tennis
  • 2 Jahre Vorsitzender SC Steinberg Verwaltungsrat (jetzt mein Nachfolger Bernd Fenchel)
  • Sprecher der Gruppe „Aktives Gedenken in Dietzenbach“

Umzug nach Dietzenbach

Mein Umzug von Heusenstamm nach Dietzenbach erfolgte im Frühjahr 1972 nach Steinberg. Wir hatten ein Haus mit Swimmingpool im Garten mit meiner damaligen Frau Inge und den beiden Töchtern Pia (geb. 1964) und Kira (heute Kira Bendel geb. 1966).
Als früherer Leistungssport-Schwimmer des EOSC 1896 (Erster Offenbacher Schwimmclub) und Tennisspieler (früher im OTC Offenbacher Tennis-Club) suchte ich sofort Anschluss hier und kam zum Sportclub Steinberg.
Es entstanden viele brillante Freundschaften (Fam. von Kiesling, Hartwig Ellmer, Jürgen Heyer und und und), so dass mein Engagement im SC Steinberg, wie bei den Hauskonzerten richtig Platz griffen und mein Engagement in der lokalen FDP.

Seit wann bist du in Dietzenbach?

Frühjahr 1972, also seit dem 35. Lebensjahr

Wo kommt deine Familie ursprünglich her?

Jetzige Frau Gisela aus Baden (Ilvesheim)

Warum bist du nach Dietzenbach gekommen?

Weil wir mit 2 Kindern ein Haus gesucht, was bequem ist, ein Schwimmbecken hat und genug Platz für Familie und die Firma (Rosenbusch Bold Werbeagentur) bietet.

Warum bist du in Dietzenbach geblieben?

Why not? Bestens vernetzt, engagiert in Clubs und Politik

Was gefällt dir an Dietzenbach am meisten?

Am allermeisten die Flugzeug-Ruhe. Wenn man mal früher wie ich in Offenbach wohnte und aller Ritt ein Flieger übers Haus flog, weiß man es zu schätzen.

Was sollte in Dietzenbach geändert werden?

Der politische Zugriff auf das Spessartviertel. Es kann nicht weiterhin auf Dauer das jetzige Verwaltungssystem bleiben.
Also auch nachdenken, ob WIR nicht größere Anteile kaufen und somit auf Seriosität und Wohnstruktur massiv Einfluss nehmen können.

Was fehlt dir in Dietzenbach?

Gar nicht viel … nur Abbau der Problem-Ballung im Spessartviertel

Wo gehst du in Dietzenbach gerne essen?

Als Hobby-Koch zwar selten, aber sehr gern zur SG Gastronomie, und oben auf dem Berg, aber auch schon ab und zu Pizza essen.

Von welcher Person hättest du gerne einen Steckbrief und warum?

Von keinem. Alle, die ich näher kennen lernen wollte, habe ich Kontakt hergestellt und somit viele Schulterschlüsse gemacht.

Der Text wurde von Artus W. Rosenbusch zur Verfügung gestellt.

Weller, Günther

Günther Weller war ehrenamtlich politisch in Dietzenbach aktiv. In seinem Beruf war er als Polizist aktiv.

In der Politik war Herr Weller als Stadtverordneter, Fraktionsvorsitzender der BfD-FwG und als Ausschussvorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses aktiv.

Herr Weller hat eine lange Zeit die Politik in Dietzenbach mitgeprägt. Seine Art war sehr freundlich, politisch hat er hart verhandelt.

Zuletzt war er ehrenamtlich bei der Ehrenamtsbörse tätig. Außerdem war er auch ehrenamtlich beim Geflügelzuchtverein (GZV Dietzenbach) aktiv.

Geschrieben von Cengiz Hendek

Schäfer, Anja

Anja Schäfer war eine ehrenamtliche Politikerin in Dietzenbach. Sie hat in vielen Jahren mehrere Ämter inne gehabt. So war sie Stadtverordnete, stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteherin und zuletzt ehrenamtliche Stadträtin.

Sie war eine überzeugte Sozialdemokratin und hat im Ortsverein lange Jahre als Stellvertretende Vorsitzende fungiert.

Wir haben sie in Erinnerung als eine freundliche und sehr fleißige Mitstreiterin, die auch gerne ihre Meinung kund tat.

Lange Jahre hat sie in der Kronbergerstraße und zuletzt in der Offenbacher Straße in der Nähe der KM-Passage gewohnt.

Sie hatte Ihren 60. Geburtstag im Göpferthaus groß gefeiert. Wer hätte daran gedacht, dass sie wenige Monate danach an einer unheilbaren Krankheit sterben würde.

Geschrieben von Cengiz Hendek

Zange, Axel

Axel Zange war der Inhaber und Betreiber der Hirsch-Apotheke in Dietzenbach.

Er war immer sehr höflich und hilfsbereit. Dem Besuch in der Apotheke entgegnete er stets mit einem Lächeln.

Leider erkrankte er an einer unheilbaren Krankheit und verließ uns viel zu früh.

Geschrieben von Cengiz Hendek

Gourski, Valeri

Valeri Gourski war ein begnadeter Künstler. Geboren am 9. Juli 1954 in Kowel (Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik) und starb am 13. Dezember 2006 bei einem Verkehrsunfall in Klwatka Królewska (Polen). Er verließ im September 1990 die UdSSR und lebte seither in Deutschland.

Er betätigte sich vor allem als Maler und Bildhauer.

Im April/Mai 1995 übersiedelte er von München nach Dietzenbach in Hessen. Dort schnitzte er in einen etwa 8 Meter hohen ausgehobenen Eichenstamm allegorische Figuren aus der russischen Märchenwelt und von Flora und Fauna der Waldumgebung. Er nannte ihn „Waldgeisterstamm“. Die Stadt Dietzenbach kaufte die Holzskulptur und ließ sie 1995 vor dem Rathaus aufstellen.

Valeri Gourski schuf in Dietzenbach außerdem eine etwa drei Meter hohe filigrane Holzskulptur mit dem Titel „Äskulap-Stamm“, die vor einer radiologischen Arztpraxis in der Innenstadt aufgestellt wurde.

Im Herbst 1995 verfasste Valeri Gourski ein autobiographisch geprägtes Gedicht, in dem er seine Verbundenheit zu Dietzenbach zum Ausdruck brachte:

„Mein Freund, glaub’ mir.
Ich habe ein Wunder gesehen.
Und in Dietzenbach, damals,
Im Herbst, ganz tief.
Ich bin zum Malen hingefahren.
Heiße Blätter, kalter Abend,
und uraltes Haus.
Ich bin in dich verliebt, damals,
Mein Dietzenbach,
Fremder, ich weiß nicht,
ob es für immer da ist.
Aber du bist meins geworden.“

Valeri Gourski lebte in Dietzenbach in einem Wohnwagen am außerhalb der Stadt gelegenen Waldschwimmbad. Die staatliche Bauaufsichtsbehörde und die kommunale Ordnungsabehörde zwangen ihn zur Aufgabe dieses Domizils. Außerdem wurde eines Tages eine Benzinflasche unter seinem Auto gezündet. Seine Skepsis, ob er dauerhaft hier bleiben könne, verwandelte sich in Angst. Diese Umstände veranlassten ihn 1999, Dietzenbach zu verlassen und seinen Lebens- und Kunstschaffensschwerpunkt nach Wiesbaden zu verlegen.

Zwei seiner Gemälde („Blick vom Wingertsberg auf Dietzenbach“ und „Rathenaustraße Dietzenbach“) hängen im Bildungshaus Dietzenbach.

Mehr Informationen über Valeri Gourski gibt es auf seiner Homepage:
http://www.valeri-gourski.de/

Der Wikipedia Artikel über Valeri Gourski:
https://de.wikipedia.org/wiki/Valeri_Gourski

Geschrieben von Cengiz Hendek, größtenteils aus dem Wikipedia Artikel entnommen

Erdem, Irfan

Irfan Erdem war ein beliebter Gastronom in Dietzenbach. Er hatte ein kleines Restaurant in Steinberg gehabt und war zuletzt im Galão Café Bar beschäftigt.

Durch seine freundliche und zuvorkommende Art war er sehr beliebt. Er hatte Humor und ging stets respektvoll mit den Kunden um. Er wohnte alleine in seiner kleinen Wohnung in der Dreieichstraße. Zu seinem Bruder hat er keinen engen Kontakt.

Im Jahre 2009 erlitt er einen Schlaganfall in seiner Wohnung. Als er zur Arbeit nicht erschien, hat die Polizei und der Notdienst sich Zugang zu seiner Wohnung geschafft. Wenige Tage später ist er im Krankenhaus verstorben.

Auf Wunsch seiner Mutter wurde er in der Türkei in Istanbul (Friedhof Avcilar) im Familiengrab (neben seinem Vater Enver Erdem) begraben.

Auf seinem Grabmal stehen Strophen des berühmten türkischen Musikers Zeki Müren:

Şimdi uzaklardasın
Gönül hicranla doldu
Hiç ayrılamam derken
Kavuşmak hayal oldu

Türkischer Songtext von Zeki Müren (Song; Şimdi uzaklardasın)

Jetzt bist du weit weg
Das Herz ist voller Schmerz
Eine Trennung war undenkbar
Jetzt ist ein Treffen nur noch ein Traum

Deutsche Übersetzung

Wir werden uns stets an Irfan Erdem erinnern.

Geschrieben von Cengiz Hendek


Um sein Grab zu besuchen folgende Anweisung verfolgen:
1. Friedhof Istanbul Avcilar anfahren
2. Friedhof über den Hintereingang betreten (Autobahn E5 Seite)
3. Geradeaus laufen bis zum großen Mausoleum
4. Vor dem großen Mausoleum nach rechts biegen und immer weiter laufen
5. Irgendwann stößt man wieder auf einen Weg, an der Ecke ist das Grab